Pflanzen

Kannenpflanzen

Diese Gruppe von fleischfressenden Pflanzen fängt die Insekten in einer bauchigen Kanne, die aus einem umgewandelten Schlauchblatt gebildet wird. In den Regenwäldern Malaysias und Borneos gibt es besonders große Exemplare, die Nepenthesarten. In deren Kannen können sogar Vögel und kleine Säugetiere gefangen werden.

Kannenpflanze

Blick in eine Kannenpflanze

Prinzipiell locken Kannenpflanzen Insekten durch die leuchtende Farbe und einen süßen Nektar am oberen Rand der Kanne an. Dieser Rand ist jedoch sehr glatt, so dass die Insekten den Halt verlieren und in das Innere der Kanne stürzen; eine nach unten gerichtete Behaarung im Inneren des Blattes verhindert, dass die Gefangenen wieder nach oben krabbeln können.

Der Grund der Kanne ist mit einer wässrigen Lösung voller Verdauungsenzyme gefüllt, die von Drüsen am Kannenboden abgegeben werden. Das Wasser kommt durch starke Regenfälle in die Kannen. In dieser Lösung ertrinken die Insekten, danach werden ihre Körper durch die Enzyme verdaut, bis nur noch der Chitinpanzer übrig bleibt.

Einige dieser Kannenpflanzen-Arten bilden eigene kleine Biotope: in die ertrunkenen Insekten legen Fliegen ihre Eier, deren Larven gegen die Verdauungsenzyme resistent sind. Diese Fliegenmaden werden wiederum von Vögeln gefressen, die sich darauf spezialisiert haben, die Wände der Kannenpflanze aufzuschlitzen, um an ihre Beute zu kommen.